Archiv für Juli 2009

Heute:

Entgegen der allgemeinen Stimmung starten wir voll durch und lassen die Fahnen des Optimismus ordentlich wehen. Beim Verbreiten einer positiven sowie durch und durch Freude ausstrahlenden Lebenseinstellung, kommen uns Koriphäen des Spaßes und der Sympathie zu Hilfe. Getreu dem Motto: „Wirtschaft ist das, was du daraus machst“, fahren wir im Luna City Express der Sonne und dem kollektiven Glück entgegen. Nach dem letzten Release auf Enliven Music sollte Involvierten klar sein, dass sie, Dank ihrem direkten Draht zum „Cloudy Dancer“, für diese Aufgabe die erste Wahl sind. Beschützt werden Sie von der Hortkindermafia, Cortex Delay und Bert.

auf gehts, ab gehts.

luna city express kommen in die provinz!

„support the anglo american cultural imperialism“

Herzlichen Glückwunsch

Too much!

best of juni

im juni fällt mir die entscheidung für die besten 3 tracks ziemlich leicht. ich habe fast nur diese tracks gehört, täglich, hoch und runter!

1. lady gaga – just dance

2. hardsoul – pumpen

(ohrwurm)

3. kiz – straight outta kärnten

werbung

Hallo zusammen,

hier eine Veranstaltungsankündigung für Montag, den 13.07.2009.

Schöne Grüße

ag antifa im stura

Montag, 13. Juli 2009, 20.30 Uhr
Kino Zazie, Kleine Ulrichstraße 22

Yol (Der Weg)
Filmvorführung mit Einleitungsvortrag und Diskussion mit Justus Wertmüller

Nach dem Militärputsch in der Türkei im Herbst 1980 schaffte es ein Film, das Interesse ganz Europas auf die Zustände in diesem Land zu lenken. Es war der 1982 fertig gestellte und im gleichen Jahr mit der goldenen Palme von Cannes ausgezeichnete Film „Yol“ von Yilmaz Güney (1937 – 1984), ein Film der erstmals 1994 legal in der Türkei gezeigt werden durfte. Güney – aus politischen Gründen mehrfach in Haft und 1981 unter abenteuerlichen Bedingungen aus der Türkei geflüchtet – konzipierte den Film im Gefängnis und hat ihn später im französischen Exil aus Material zusammengestellt, das Freunde nach seinen Anweisungen teilweise klandestin in der Türkei gedreht hatten.
Yol wurde von der Linken sehr freundlich aufgenommen, jedoch mit dem Lob auch seiner Brisanz beraubt. Er wurde von der türkischen, kurdischen und europäischen linken und liberalen Öffentlichkeit in erster Linie als ein Film der Anklage gegen die Militärherrschaft gefeiert, obwohl er genau das nur zum Teil war. Die fünf Protagonisten, denen ein Hafturlaub gewährt wird und die sich in ihre im mehrheitlich kurdischen Südosten des Landes gelegenen Heimatorte aufmachen, um dort persönliche Angelegenheiten zu regeln, sind keine politischen sondern kriminelle Gefangene. Auch ihre Erlebnisse außerhalb der Gefängnismauern haben mit politischem Widerstand gegen die Militärjunta nichts zu tun, umso mehr mit jener anderen Unterdrückung, über die Freunde des Volkes gerne hinwegsehen oder als Begleiterscheinung der Armut rechtfertigen: dem ganz normalen islamischen Alltag.
Es geht um Ehebruch, Ehrenmord, Zwangsverheiratung und Frauenunterdrückung. Die Protagonisten stehen scheinbar unüberwindbaren Zwängen letztlich machtlos gegenüber und zerbrechen daran. Nicht das Gefängnis, dem sie kurzfristig entkommen sind und das sie bei einer der in der Türkei häufigen Amnestien in absehbarer Zeit als freie Männern würden verlassen können, ist ihr größtes Problem. Als das wahre Gefängnis stellt sich ihnen eine Gesellschaft dar, in der Clanstrukturen und religiös geprägte Moral jeden Versuch vereiteln, ein individuelles, in Grenzen gar sinnlich erfüllteres Leben zu entfalten.
Yilmaz Güney hat „Yol“ wie seine anderen Filme als Künstler und Revolutionär noch ganz selbstverständlich aus dem Blickwinkel des Westens gedreht. Seine Liebe zu den Menschen und der (kurdischen) Landschaft ist keine primitive Komplizenschaft mit dem Volk auf angestammtem Boden. Die Landschaft wie die Menschen erscheinen fremd und feindselig solange ein übermächtiger, durch den Islam und die Verwandtschaftsherrschaft vermittelter Naturzwang, nicht nur jede freundliche Regung erstickt, sondern die dortigen Verhältnisse als immer auswegloser erscheinen läßt.
„Yol“ ist ein kurdischer Film, der viel eindrucksvoller die notwendige und vernichtende Kritik an kurdischem Nationalismus vollzieht, als jede noch so kluge Streitschrift gegen die PKK. Yol ist die Denunziation jeden Kulturrelativismus im Namen unterdrückter Völker. Yol ist ein revolutionärer Film, weil er eine dezidiert „westliche“, sprich: universale Sehnsucht nach ein bißchen Freiheit und Glück auch für ein Land einfordert, das heute von einer islamistischen Regierung in einen noch trostloseren Zustand zurückversetzt werden soll, als Güney im Entstehungsjahr des Filmes ahnen konnte und ist schon dadurch unbedingt aktuell und sehenswert.

Justus Wertmüller (Berlin) ist Redakteur der Quartalszeitschrift „Bahamas
Eine Veranstaltung der ag antifa im stura

heißer shizzle