Archiv der Kategorie 'Kühe, Schweine, Ostdeutschland'

…gegen jede Realität

Auf dem Blogsportplaneten gibt es seit kurzer Zeit eine lustige Verarsche der Blogs TrueVeganLove, Gemüsegarten, Gruppe gegen deutsche Normalität, HumanTraffic und meines Blogs, Schlaraffenland. Diese neue Gruppe nennt sich „…gegen jede Normalität“ und ist unter http://barbe.blogsport.de erreichbar.
Ein erster Artikel ruft zum Boykott des Halberstädter Zorafestes auf und wirft diesem auf Grund des Flyerlayouts und des dort stattfindenden Kinderschminkens Antizionismus, Antisemitismus, Islamofaschismus und Stalinismus vor. Anstatt dieser Feierlichkeit organisieren die Barb(aren) einen IDF-Rave mit dem DJ Maximalgeflüster und eine Vortragsveranstaltung unter der Leitung Juistoos Waredmuellas.
Ort und Datum stehen noch nicht, aber können mit Sicherheit auf dem Blog nachgelesen werden.

viel Spaß

Heimat, du alte Scheiße!

Die „Gruppe gegen deutsche Normalität“ aus dem elenden Dörfchen Köthen in Sachsen Anhalt hat gestern einen kurzen aber interessanten Text zu einem Interview mit dem Heimat- und Tachtenverein Radegast veröffentlicht.

Hier ist er:

„Heimattreues Radegast

Wenn man Radegast hört, dann denkt man erstmal: „hä?“.
Logisch. Kennt Keiner, interessiert auch Keinen.

In Radegast findet man eben diese ostdeutschen Verhältnisse, die wir so verabscheuen.
Eine typisch provenzialer Ort geprägt von Ackerbau und Viehzucht, mit Heimatverein, Freiwilliger Feuerwehr und Fußballverein.
Am 31. Juli fand man in der Mitteldeutschen Zeitung, zwischen langweiligen Berichten über Verstöße gegen Baugehmigungen von Eingangstüren und Hecken oder die Auswirkungen des Wetters über die Biersaison in Köthen, einen Bericht über den Heimat- und Tachtenverein Radegast.
Wir waren geschockt über dieses widerliche Interview mit Werner Hellmich, dem Vereinsgründer, denn so oft wie er Brauchtum und Heimat in den Mund nahm, nahm es kein dörflicher Neonazi.
Dass dieser Mann immer noch auf verzweifelter Selbstsuche ist, beweist er in diesem Zitat:“Man muss doch wissen, wo man herkommt“. (1)
Doch die innerliche Verblendung gipfelt darin, wenn man sich bei Umzügen „unters Volk mischt“ und dort auch noch zeigt aus welchen widerlichen Verhältnissen man kommt.
Krankhaft, fast schon fanatisch, lädt er sogar Schulkinder ein, um sie auf „Führungen durch das Dorf zu begleiten“ und ihnen zu „zeigen das Radegast etwas zu bieten hat.“ (2)
Die Frage ist nur, was es zu bieten hat.

Das bald stattfindende Volksfest ist dann wahrscheinlich auch genau im Sinne Hellmichs. Vielleicht trifft er ja auch die „Kameraden“(3) der Freiwillige Feuerwehr Radegast, wie sie sich selbst abfeiern, um ein gemütliches Pläuschen über das nächstes Spiel ihres „heimischen“ Fußballvereins zu halten.
Was hat man nicht alles in seinem 1195-Einwohnerdorf um einen Sieg des Schwarz-Geld Radegast mitgefiebert, der leider all zu oft ausblieb.
Entschuldigung; wir meinten natürlich 1195-Einwohner STADT, denn auf diesen Titel beruft sich der Ort schon seit ewigen Zeiten, weil er irgendwann mal urkundlich erwähnt wurde.(4)

Wer seine Identität nicht in den Leistungen als Individuum, sondern im Geburts- oder Wohnort sucht, der kann sicher nicht auf Ersteres verweisen.
Der Glaube, dass Heimat ein Grundbedürfnis sei, ist fehlerhaft und zeugt von mangelnder Persönlichkeit.

Heimat ist nichts „Natürliches“, nichts „Vorgeschriebenes“, herbei halluziniert.
Heimat ist scheiße!

Quelle: (1) MZ-Ausgabe vom 31. Juli.2009
(2) MZ-Ausgabe vom 31. Juli.2009
(3) http://www.feuerwehr-radegast.de/gaestebuch2.html
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Radegast_(Anhalt) und diverse Broschüren „

…die Spinnen die Deutschen!

naziaufmärsche in halle verhindern!

in halle finden am 17 juni, nächsten mittwoch 2 naziaufmärsche statt. infos, jingle und stadtpläne zu gegenaktivitäten gibt es auf www.nonazisinhalle.tk


Ein Aufruf antifaschistischer Gruppen:


Teach them Lessons in History! Den Naziaufmarsch am 17. Juni 2009 stoppen!

Ohne Zweifel: Weder die Witzfiguren von der NPD noch der White-Power-Trash, der sich Abend für Abend als „Freie Kameradschaft“ an ostdeutschen Tankstellen und Buswartehäuschen zusammenfindet, stehen kurz vor einer Machtübernahme. Ebenso wenig wie „das Kapital“, das sich nach traditionellem linken Duktus „hinter dem Faschismus“ verbergen soll, hat die offizielle deutsche Politik derzeit ein ernsthaftes Interesse an einer Krisenlösung a la NSDAP. Anders als zu Beginn der neunziger Jahre, als das Asylrecht mit Verweis auf den „Druck von der Strasse“, soll heißen: ca. zwei ausländerfeindliche Brandanschläge pro Tag im Jahr 1992, abgeschafft wurde, fungieren die Neonazis noch nicht einmal als Berufungsinstanz der deutschen Politik.

Und trotzdem: Abgesehen von der ästhetischen Zumutung, die die Kostüme und Gesichter der Herren und Damen Nazis darstellen, sind sie im Einzelfall nach wie vor eine Gefahr für Leib und Leben von Ausländern, Obdachlosen, Punks etc. – insbesondere dann, wenn ihnen nicht regelmäßig wirkungsvoll entgegengetreten wird.

In durchschnittlichen westdeutschen Städten wird dieser Job inzwischen in der Regel von der so genannten Zivilgesellschaft übernommen: Kaum geben Nazis bekannt, einen Aufmarsch durchführen zu wollen, werden Bürgerversammlungen ausgerufen, zivilgesellschaftliche Initiativen führen Blockadetraining durch, der Bürgermeister setzt sich an die Spitze der Proteste. In Städten wie Halle stellt sich hingegen die Frage, ob den einschlägigen ziviligesellschaftlichen Aufrufen gegen den Naziaufmarsch am 17. Juni tatsächlich mehr Leute folgen werden, als die, die ihr Erscheinen als Überstunde abrechnen können: Gewerkschaftsfunktionäre, Pfarrer oder Schulklassen, die von ihrem Sozialkundelehrer dazu verdonnert wurden. In einer solchen Situation wird es auch für diejenigen nötig, gegen Nazis und ihre Aufmärsche zu protestieren, die die einschlägigen Aktivitäten lieber denjenigen überlassen würden, die dafür bezahlt werden, den Ruf ihrer Heimatstadt retten wollen oder in ihrer Kindheit an zu wenigen Geländespielen teilgenommen haben.

Wir rufen darum dazu auf, am 17. Juni gegen den Aufmarsch der halleschen NPD aktiv zu werden.

* Nicht, weil wir um den Ruf der Stadt Halle besorgt sind. (Der ist uns nicht nur egal – wir gönnen es Halle, dessen Bürgermeisterin vor einigen Jahren noch gemeinsam mit Nazis Kränze zum Volkstrauertag abwarf, sogar, als braunes Nest in die Schlagzeilen zu kommen.)
* Nicht, weil wir an einem „Aufstand der Anständigen“ in der ostdeutschen Provinz interessiert sind. (Auch das „andere Deutschland“, auf das sich die Zivilgesellschaft regelmäßig beruft, ist noch deutsch genug.)
* Und auch nicht, weil wir glauben, dass das Leben ohne bekennende Nazis, ihre Demonstrationen und Läden hierzulande sehr viel angenehmer wäre. (Da bleiben immer noch diejenigen, die wie Nazis denken, fühlen und handeln, ihr Kreuz bei der Wahl allerdings bei SPD, CDU, Linkspartei und Co. machen.)

Sondern weil es richtig ist. Manchmal ist es einfach nötig, den Nazis ihre öffentlichen Auftritte zu vermiesen, um sich danach wieder ungestört der Kritik der Verhältnisse widmen oder einfach nur in Ruhe ein Bier trinken zu können.

So einfach ist das.

Antifaschistische Gruppen Halle (06/2009)


zusammen kämpfen!

deutschland in die fresse boxen!

frankreich bis polen

…hier kann man bald auch surfen, ball spielen am strand, cocktails auf der matratze trinken und sich an die palmen lehnen aus denen seifenblasen kommen, herzchen fliegen rum und die sterne tanzen auf dem kopf.

*rumträumen*


via idep

voll gegen die wand

ein kritischer text zur hausbesetzung in magdeburg. gefunden bei nkotb.


in paar Gedanken zum besetzen Haus in Magdeburg:

seit etwa 3 Wochen ist die alte Gruson-Villa in der Freien Straße in Magdeburg Buckau besetzt. die neuen „BewohnerInnen“ bekamen von einigen Parteien, Hochschulgruppen und Vereinen Zuspruch. nach etwa 2 Wochen wurde den BesetzerInnen ein Ersatzobjekt angeboten. einzige Bedingung war die umgehende Räumung des besetzten Hauses. die SquatterInnen hingegen forderten zwei Tage Bedenkzeit und lehnten, da ihnen dies verwehrt wurde, schließlich ab. meines Erachtens ein fataler Fehler, ist es doch schon eine Überraschung gewesen, dass es überhaupt ein Angebot über ein Ersatzobjekt gab. dass dieses Angebot abgelehnt wird, weil man Bedenkzeit brauch, lässt m.E. darauf schließen, dass die BesetzerInnen es versäumt haben, sich einerseits im Vorfeld der Besetzung Gedanken über mögliche Verhandlungsabläufe zu machen. damit will ich unterstellen, dass durchaus vorauszuahnen war, dass bei einem Angebot eines Ersatzobjektes zeitlicher Druck aufgebaut wird. hätten die BesetzerInnen zum anderen klare Vorstellungen davon gehabt, welche Anforderungen sie an ein Gebäude stellen, hätten sie nicht auf 2 Tage Bedenkzeit bestehen müssen.

überhaupt entsteht der Eindruck, dass die Besetzung schlecht vorbereitet stattgefunden hat. so scheinen viele Diskussionen, die im Vorfeld hätten geführt werden müssen, z.B. lag zum Zeitpunkt der Besetzung noch kein fertiges Konzept vor, erst im Haus wurde sich darüber verständigt, ob man Entscheidungen im Konsens fallen muss und beraten, ob man einen Verein gründen sollte. im Prinzip alles entscheidende Punkte, die man klar haben muss, wenn man in Verhandlungen einsteigen will. da sitzen einem Geschäftsleute gegenüber, die klare Konzepte wollen und die man überzeugen muss. dazu muss man wissen, was man will.

ein anderer Punkt, der mich gewaltig annervt, ist die Debatte darüber, wer Zugang zum Haus hat. es ist ja nicht so, dass niemandem bekannt wäre1, dass es Übergriffe auf Veranstaltungen und Personen seitens ZK, ehemals GIS und AAMD, gab und dass es immer wieder Anfeindungen gibt, sobald man aufeinander trifft. auch darüber wird erst jetzt im Haus diskutiert und es scheint sich die alte gebt-euch-alle-mal-die-Hand-Position durchzusetzen. die Leute erwarten ernsthaft, dass man sich neben diejenigen Personen stellt, von denen man immer wieder bedroht wurde. Empathievermögen bei null. das Ganze nennen sie dann „Libertäres Zentrum“, das „Menschen Schutz vor rassistischen, homophoben, antisemitischen, sexistischen und faschistischen Übergriffen bieten“2 soll. nur so lange es nicht zum Übergriff kommt, sind Antisemiten, Sexisten und homophobe Arschlöcher dort geduldet. mehrmals wurde mir die Frage gestellt, ob mir auf dem Grundstück schon was passiert sei. nein, auf dem Grundstück nicht, aber seit wann hört denn Kritik am eigenen Gartenzaun auf?

genauso absurd sind die Rechtfertigungen der Veranstaltung mit der Roten Hilfe MD, die darin bestanden, dass es ein anderes Label ist als ZK (auch wenn die Leute zum Teil die gleichen sind) und dass es thematisch um was anderes ging. ebenso könnte man sich dann auch mit dem Sport- und Freizeittreff e.V.3 treffen und über Sport reden.

desweiteren habe ich den Eindruck, dass das Hausprojekt isolierter da steht, als es sein müsste. es gibt verschiedene Vereine und Projekte in Magdeburg, mit denen eine Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen wäre und die das standing des Hauses enorm verbessert hätten. dafür hätte man sich allerdings öffnen und auf die Leute zugehen müssen.

bleibt am Ende die Frage, was aus der Besetzung wird. ich habe die Befürchtung, dass das Ganze im Sande verlaufen wird. im jetzigen Gebäude können sie nicht bleiben und ich bin pessimistisch, dass ihnen noch ein weiteres Angebot gemacht wird. zudem wirft man sich selbst Steine in den Weg, wenn in Stressituationen erst noch Grundsatzdebatten geführt werden. gespannt bin ich darauf, wie die eine oder andere Debatte enden wird.

1. es gab einen offenen Brief; es gab ettliche persönliche Auseinandersetzungen darüber etc. pp. [zurück]
2. http://squatmagdeburg.blogsport.de/ziele/ [zurück]
3. das ist der Verein, der die Standarte 26 angemietet hatte und aus Festungsstadt- und NPD-Mitgliedern besteht. [zurück]

Erfurt – du alte Scheiße



die partei gibt es tatsächlich…

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und von so ner hotline hab ich auch noch nie etwas gehört…



letzteres via sabotnik

5 Jungs aus Waiblingen, alta yo